· Stockelsdorf · 1 Min. Lesezeit
Frühling auf den 13,5 Hektar
Liebe Waldfreund:innen,
in Stockelsdorf hat der Frühling angefangen, bevor wir es gemerkt haben. Anfang der Woche waren wir auf der Fläche — der Boden noch kalt, die Wege weich vom letzten Regen — und an den Buchen sitzen die Knospen schon so dick, dass man von Weitem meint, die Kronen hätten einen Schleier. In zwei, drei Wochen wird hier alles hellgrün sein.
Bemerkenswerter als das, was oben passiert, ist das, was unten passiert. Unter den älteren Buchen, dort, wo im Herbst die Bucheckern lagen, stehen die ersten Sämlinge. Kniehoch die vom Vorjahr, daneben zweijährige mit richtigen kleinen Ästen. Fünf Jahre gehört uns diese Fläche nun, und in diesen fünf Jahren haben wir hier fast nichts getan — kein Pflanzloch gegraben, keinen Zaun gezogen. Die Verjüngung, die wir jetzt sehen, hat der Wald allein gemacht.
Das ist kein Zufall, sondern der Kern dessen, was wir uns vorgenommen haben: zuschauen können, wo der Wald es selbst kann. Stockelsdorf ist Ende der Neunziger auf ehemaligem Acker aufgeforstet worden. Dass daraus dreißig Jahre später ein Bestand wird, der sich aus eigener Kraft erneuert, ist die stillste und beste Nachricht, die wir aus diesem Wald berichten können.
Wir schauen im Mai wieder vorbei, wenn das Laub geschlossen ist. Wer den Weg nach Schleswig-Holstein einmal mitgehen möchte: schreiben Sie uns.
— Matthias